Category Archives: EU Constitution

Mladic’ arrest is no reason to celebrate

Yesterday was a very good day. One of the most disgusting criminals of the last decades has been arrested and should be brought to justice soon. Ratko Mladic was a key operator in the ‘Balkan wars’ of the 1990s – Europe’s darkest moment after Nazi Germany. The arrest of Mladic should remind us of three things. Firstly, no matter how bad your actions, no matter how much of a safe haven you think you have – they will catch you at last. Secondly, the war and hate Mladic and his false friends have seeded in the western Balkans is far from overcome. Bosnia and Herzegovina is years away from a functioning state (let alone society) and too many conflicts remain unresolved. It is shocking how a war of a few years can destroy communities, societies, economies and very fundamental trust between neighbours within the same street for decades. Thirdly, and most importantly, the arrest of Mladic is not a day to celebrate. It is a reminder! – It should (but I wonder if it does) remind us that all what he has done could happen again if Yugoslavia were to break up today. Despite all talk and good intentions Europe (i.e. the EU) still lacks the very capacities and the inner trust it needs to prevent such disasters in the future. If there is any lesson to draw from Mladic’ arrest yesterday, then it is to become serious about a truly common foreign policy for Europe. The western Balkans still need it, the Caucasus needs it, the southern and eastern Mediterranean need it – and most importantly we EUropeans need it.

Film tip: My favourite (and most moving) film about the Bosnian war is the BBC’s semi-documentary ‘Warriors‘.

Europäische Wirtschaftsregierung – Kampfbegriff oder föderale Vision?

„European Monetary Union“ oder „Economic and Monetary Union“?

Schon lange wird die EU von vielen als Projekt wirtschaftlicher Integration wahrgenommen. Wohl nicht nur aus diesem Grund forderten linke Europapolitiker/-innen erst im vergangenen Europa-Wahlkampf als vermeintlichen Ausgleich das „Soziale Europa“. Nach den großen Vertragsänderungen zur Einführung der Einheitlichen Europäischen Akte (Mitte der 1980er) und dem Maastricht Vertrag (Anfang der 1990er) fragt man sich heute allerdings, warum wir auf einmal so tun, als sei eine „Europäische Wirtschaftsregierung“ etwas Neues. Haben wir nicht schon lange eine europäische Wirtschaftspolitik, die gerade auf europäischer Ebene gestaltet wird? Und hat diese Wirtschaftspolitik etwa keine „Regierung“?

Europäische Wirtschaftsregierung heute ist vielfältig – und inkonsequent

Wer glaubt, wir würden beim Thema Wirtschaftsregierung in der EU bei Null anfangen, scheint die EU nicht zu verstehen. Schon heute gestaltet die EU zentrale wirtschaftliche Fragestellungen über den Binnenmarkt, die Verbraucher- und Umweltpolitik, über den Energiemarkt, über den Handel, über sensible Politiken wie Landwirtschaft und Fischerei aber auch über die Wirtschaftsförderung („Regional- oder Kohäsionspolitik“). Hier besitzt die EU besondere Kompetenzen, während Continue reading

Wir gestalten unsere Zukunft europäisch – Grüner Aufruf

Europa in der Krise. Man mag in diesen Monaten sarkastisch antworten wollen: Schon wieder oder immer noch? Die europäische Bilanz der letzten Jahre scheint wirklich mager zu sein: Vertrag von Lissabon formerly known als Europäische Verfassung? Gerade mal mit Ach und Krach über die Ziellinie gerettet! Weltweiter Vorreiter im Klimaschutz? Das war einmal! Friedensmacht? Nationale Sprache scheint wichtiger als gemeinsamer Auswärtiger Dienst! Handlungsfähiger Akteur zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise? Im nationalstaatlichen Klein-Klein weitgehend zerredet! Kein Wunder also, dass das Vertrauen in die politischen Institutionen – auf allen Ebenen – rasant schwindet.

Die EU und ihre 27 Mitgliedstaaten stolpern offenbar von einer ausweglosen Situation in die nächste. Und doch ist die Frage berechtigt, ob Europa wirklich stärker in der Krise steckt als sonst. Auf und Abs haben die europäische Integration seit der Nachkriegszeit geprägt. Schon 1956 sprach der damalige Bundeskanzler Adenauer von der „Europäischen Not“ und dem Umstand, dass die Europäer sich nur zu einigen Konferenzen aufmühen können und gemeinsames Handeln eher die Ausnahme als die Regel sei. Ist das Krisengerede also alles nur Hysterie?

Nein, im Gegenteil! Denn im letzten Jahrhundert trieb eine gemeinsame Vision die Zusammenarbeit voran: Zukünftige Kriege durch eine verstärkte europäische Zusammenarbeit für immer zu verhindern. Heute hingegen geht es den Regierungsoberhäuptern primär um den eigenen Machterhalt. Der europäische Geist ist zum Mittel für die eigene Inszenierung verkommen. Anders als 1956 befinden sich die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten in einer Identitätskrise, die wie ein Damoklesschwert über jeder (natürlichen) Alltagskrise hängt. Jedes europäische Tief wird damit gleich zur europäischen Sinnkrise. Verfassungskrise, Demokratiekrise, Finanzkrise – man schlittert mit Vollgas auf den Abgrund zu bis im letzten Moment doch noch jemand den europäischen Geist beschwört. Gut gehen wird das nicht mehr lange. Daher ist es Zeit, das Kind beim Namen zu nennen.

“Generation Kleingeister”

Das Kind nennt sich „Generation Kleingeister“. Schaut man sich heute in Europa um Continue reading

Neuer Fahrplan für die Barroso-2 Kommission

Morgen entscheidet das tschechische Verfassungsgericht über die Klage einiger Senatoren gegen den Lissabon Vertrag. Sollte das Gericht sein OK geben, kann Vaclav Klaus schon übermorgen unterschreiben. Wenn er denn möchte. Denn der alte Fuchs hat sich einen überaus aktiven Reiseplan für den November verordnet, so dass Beobachter sich fragen, ob er die Unterzeichnung damit noch weiter hinauszögern möchte.

Wie ginge es nach der Unterzeichnung weiter?

Der Vertrag tritt zum 1. des Folgemonats in Kraft – nach der Hinterlegung der unterschriebenen Ratifizierungsurkunden in Rom. Sollte Klaus mitspielen kann der Lissabon Vertrag also zum 1.12. in Kraft treten. Sollte sich dieser Fahrplan bestätigen, steht der 12.11. für einen informellen Sonder Gipfel im Raum, um das Personalpaket zu schnüren. Über dieses wurde auf dem Europäischern Rat letzte Woche nicht verhandelt (auch wenn die Spekulationen natürlich weiter gehen mit jedem Treffen). Die Regierungen werden informell die Ressortverteilung innerhalb der Kommission mit Barroso abstimmen, müssen aber formell drei Posten besetzen: den Präsidenten des Europäischen Rates, den Hohen Beauftragten und einen Ratsgeneralsekretär. Letztere waren bisher in Personalunion. Die Aufwertung des Hohen Vertreters (= Außenminister) wird wohl dazu führen, dass für die interne Organisation des Rates weniger Zeit bleibt und diese Rolle somit auch separat besetzt wird. Bisher ist sie auch faktisch stark vom stellvertretenden Generalsekretär des Rates, dem Franzosen Pierre de Boissieu ausgefüllt worden.

Sollten die Anhörungen der designierten Kommissare schnell verlaufen, könnte die komplette neue Kommission zum 1.1.2010 ihre Arbeit aufnehmen. Im EP werden dafür schon die Kalender gewelzt, um rechtzeitige Anhörungen noch vor der Weihnachtspause zu organisieren.

Chasing Brussels podcast

Together with fellow EU bloggers Julien Frisch, Joe Litobarski and Conor Slowey, we have started the EU politics podcast “Chasing Brussels”. We aim to release a podcast every (other) week. The format is that 2-4 of us are debating a current EU topic of our interest for 15-30 minutes.

Please find our first two recordings on Joe’s website. Our first debate was on the outcome of the German election and its implications for the EU. The second debate was recorded on monday night (me moderating) and focuses on the Irish referendum. – Many thanks to Joe for editing the recordings and putting them online!

In the future you can find all the podcasts on our Chasing Brussels website and you can follow us on Twitter. In the coming weeks we shall also try to register through iTunes.

Any feedback is very much appreciated!

New anti-Barroso campaign – for new Commission President

Apparently a few PES activists have launched a good new Website “A-New-President.eu“. It has a similar message to the AnyoneButBarroso.eu initiative Jon and me started about two years ago.

Its main element is the petition (I have also signed):

The European Parliament will elect the next European Commission. We, the voters on June 7 do not only decide the composition of the European Parliament, we also decide upon the driving seat of the EU: The European Commission. The composition of the executive EU body – the European Commission – has to reflect the vote of us EU citizens on June 7.

We call for the PES to build a new progressive majority with a strong Commission President.

We demand respect for our democratic rights! We demand that the Presidency of the European Council makes sure that the European Governments nominate a Commission President that reflects the majority in the European Parliament.

Besides the petition the activists put up relevant information on the building up of the Commission and speculations about Barroso’s replacement. Continue reading

The PES can’t hide their lack of leadership anymore

Poul Nyrup RasmussenAdmittedly, the PES is running a fairly good internet campaign. They have relaunched their web presence way ahead of the European elections and maybe even more importantly they have made a good effort to reach out to (EU) bloggers. They have even included me in their blogger email target list – so that I get updates whenever key blog posts from the party leader Nyrup Rasmussen come out or they hold key events.

I wish the European Greens (EGP) would have been able to run an equally good campaign.

There are two reasons why I am writing this blog entry – and why I am writing it on my blog.

The other day I have received an email from Jeremy Cliffe, the PES’s focal point for bloggers. He was linking up to a recent blog entry by Nyrup Rasmussen in which he declares that the PES is working towards a new majority to stop Barroso. – What a surprise I thought… as if this is not the logic of pluralist political party systems in which parties actually compete for leadership. However, this logic has not really got through to the PES leaders who have been incapable of agreeing on a candidate for the job of Commission President. Given that the PES is (still?) by far the second biggest grouping in EU politics, such a lack of responsibility is the biggest farce in democratic politics Continue reading

Moravcsik on the European Constitutional Settlement

Andrea MoravcsikOne of the greatest benefits of studying at LSE has been to attend public lectures by world leaders and academics. So far my highlight had been the 3-day “tour de growth” with Philippe Aghion. After last night I feel that the most (academically) stimulating experience has been Andrew Moravcsik’s lecture on the “European Constitutional Settlement”.
As a committed federalist I have often found it difficult to agree with Moravcsik’s analysis of the process of European integration. Since his landmark studies in the early 1990s he has long been the defender of the intergovernmental method – acknowledging continuing control in the hand of EU member states. My experience working in and around EU politics over the last 9 years has been different but I have always valued Moravcsik’s contribution as a valid intellectual and academic challenge to any federalist.

With this blog entry I will try to sum up Andrew’s speech Continue reading

Andrew Moravcsik on China (and Europe)

Yesterday’s speech of Andrew Moravcsik at the LSE was in many ways interesting and inspiring. I shall blog more about the substance in the forthcoming entry but thought I share his final remarks first.
When the chair Damien Chalmers intended to close the debate, Moravcsik asked to make a final statement. As a regular professor of politics and international relations at Stanford University he had spent his last year researching in China. As much as he loved the country and was inspired by its politics, he pointed to us, students of Europe, and made this really interesting statement:
After having talked to a Chinese leader for five minutes, he will acknowledge that China is still very far away from a global super power. At this moment, China is at most a middle power like Britain and will remain to be one at least for our generation. Therefore, studying the US and Europe, the two only global super-power, is as fascinating as it can be to study international relations these days.
Now this was warm words in everybody’s ears I guess. And it is so different from “Prof” Joschka Fischer who claims that the real balance of power is quickly shifting towards the US, India and China.

EPP to nominate Commission President at Convention

EPP logoThe European People’s Party (EPP) is planning to nominate its candidate for the post of Commission President at an American-style “Convention” in Warsaw in April 2009 (s. Europolitique). However, the realisation of this idea depends on the future of the Lisbon Treaty EPP tells. In addition to a common candidate the EPP is also preparing a “common legislative programme” for the next term which is to be adopted in Warsaw at the same Convention.

But with a Convention in town and the close Polish-American relations I am only wondering if Obama or McCain (or Pope Benedict?) will be invited to speak to the European delegates?